Sternsinger-Segen verteilt

Sternsinger-Segen verteilt

Wenn man in der ersten Woche eines jeden neues Jahres durch die Straßen seiner Gemeinde läuft oder fährt, so fallen einem eventuell die neu angebrachten Kreide-Anschriften „20*C+M+B*18“ an den Haustüren oder die königlich verkleideten, fröhlichen Kinder und Jugendlichen auf? Vielleicht lässt auch der Blick auf den Kalender oder in die Zeitung erahnen, welches christliche Fest Anfang Januar gefeiert wird? Richtig, es ist das Fest „Erscheinung des Herrn“ – im Volksmund besser bekannt als „Dreikönigsfest“, das in vielen Gemeinden am 6.Januar begangen wird.

Bereits seit dem 16.Jahrhundert ist der Brauch des „Sternsingens“ am und um den 6.Januar bekannt und wird seit Generationen stets weiter getragen und fort geführt. In Deutschland wird die Sternsinger-Aktion seit über 60 Jahren vom Kindermissionswerk in Aachen bundesweit gesteuert und organisiert. Die von den Sternsingern gesammelten Spenden werden zu hundert Prozent für weltweite Hilfsprojekte und Menschen in Not eingesetzt. In diesem Jahr ging zum Beispiel ein Teil des Geld-Betrags nach Indien, wo viele Kinder tag täglich hart arbeiten müssen und keine Chance auf Bildung bekommen.

In der Pfarrei Bühl folgten im Jahre 2018 wieder 43 Kinder und Jugendliche dem Aufruf zum Sternsingen. Die Not der Menschen in den Krisengebieten dieser Erde, aber auch die starke Gemeinschaft und die Lust auf Brauchtumspflege sind genug Motivation um jedes Jahr erneut mit Stern, Gewändern, Kreide und Weihrauch durch die Straßen und Ortsteile zu ziehen. Entgegen dem Trend der sinkenden Gottesdienst-Besucher und des überregional bekannten Problem des Nachwuchs-Mangels in den kirchlichen Gruppen und Kreisen, kann sich die Pfarrei Bühl seit Jahren glücklich schätzen eine Vielzahl an Sternsingern (aber auch z.B. an Kommunionkindern und Ministranten) in ihren Reihen begrüßen zu dürfen.

In einem festlichen Gottesdienst wurden die Bühler Sternsinger zusammen mit ihren benachbarten Freunden der Hormersdorfer Sternsinger am 06.Januar von Pfarrer Josef Czerepak ausgesandt. Anschließend machten sich die Vierer-Gruppen (besetzt mit drei Königen und einem Stern-Träger) in die einzelnen Bezirke auf, um den Segen in die Häuser zu bringen und Spenden zu sammeln. Erfreulicherweise fielen beide Aktionstage (06.01. + 07.01.) auf ein Wochenende, sodass die meisten Anwohner tagsüber oder abends anzutreffen waren – notfalls auch mit einem 2.Besuch der jeweiligen Sternsinger-Gruppe. Auf das Erfüllen von Sonderwünschen oder den mit Hausbewohnern fest vereinbahrten Besuch zu einer bestimmten Uhrzeit sind die meisten Sternsinger bzw. deren Auto-Fahrer (bei Außenbezirken und kleineren Höfen) vorbereitet und eingestellt. Gerade bei kleinen Höfen oder abseits vom Hauptort stehenden Häusern mit ein oder zwei Bewohnern ist es wichtig den Kontakt herzustellen und einen für beide Seiten zeitlich passenden Besuch zu ermöglichen. Schließlich ist es im Sinne der Sternsinger-Aktion so viele Menschen wie möglich zu erreichen und zu begeistern. Aus diesem Grund wurden im laufenden Sternsinger-Jahr sogar die Gruppen von neun auf zehn aufgestockt und der Besuchs-Radius auf weitere, neue Ortschaften vergrößert. Als Erinnerung und zugleich als Haus-Segen hinterließen die Heiligen Drei Könige in Gestalt der Sternsinger ihren Kreide-Spruch „20*C+M+B*18“ an den Haus-Türen. Der Spruch bedeutet auf lateinisch „Christus mansionem benedicat“ (= „Christus segne dieses Haus“). Die Inschrift soll den Segen Gottes auf das Haus und seine Bewohner herabrufen und sie vor Unglück schützen. „Segen bringen – Segen sein“ unter diesem Leitgedanken waren nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in Österreich, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Belgien und vielen weiteren west-europäischen Ländern hunderttausende junge Menschen für den guten Zweck unterwegs. Toll, dass dieser Brauch des „Sternsingens“ vielerorts zu einem festen Bestandteil im Jahreskreis geworden ist und nach wie vor Menschen zusammen bringt und vereint.

DANKE sagen wir an alle

  • Sternsinger aus Hormersdorf und Bühl
  • Eltern, für die Fahrdienste und die Bewirtung
  • Menschen, die die Sternsinger empfangen haben
  • Spender, für das tolle Gesamt-Ergebnis
  • Pfarrei-Mitarbeiter fürs Organisieren und Planen

IHR alle habt in der Pfarrei Bühl zu einem grandiosen Gesamt-Ergebnis von 9840 Euro mit beigetragen. Vielen Dank ihr Sternsinger und Freunde aus Nah und Fern. Auf ein Neues im nächsten Jahr, wenn es wieder heißt „Segen bringen – Segen sein“.

 

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